{"id":1007,"date":"2022-02-08T09:01:48","date_gmt":"2022-02-08T09:01:48","guid":{"rendered":"https:\/\/barlettiwaas.eu\/?p=1007"},"modified":"2022-02-08T09:01:48","modified_gmt":"2022-02-08T09:01:48","slug":"antigone-im-td-berlin-29-30-april","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/barlettiwaas.eu\/?p=1007","title":{"rendered":"ANTIGONE im TD Berlin 29.+30. April"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>ANTIGONE<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(eine Kammertrag\u00f6die)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/barlettiwaas.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_0357-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-977\" srcset=\"https:\/\/barlettiwaas.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_0357-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/barlettiwaas.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_0357-300x225.jpg 300w, https:\/\/barlettiwaas.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_0357-768x576.jpg 768w, https:\/\/barlettiwaas.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_0357-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/barlettiwaas.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_0357-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>(schematische Zeichnung der Beziehungen und Vorgeschichte Antigones, wie sie im Verlauf der Einf\u00fchrung entsteht \u2013 hier w\u00e4hrend der Auff\u00fchrung in einer Privatwohnung in Rom)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Regie\/Konzept: Barletti\/Waas;<\/p>\n\n\n\n<p>Spiel: Lea Barletti und Werner Waas;<\/p>\n\n\n\n<p>Sound Design Chor: Luca Canciello<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbersetzung: Friedrich H\u00f6lderlin (deutsch), Fabrizio Sinisi (italienisch)<\/p>\n\n\n\n<p>Dauer: 90&#8242;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/td.berlin\/spielplan\">https:\/\/td.berlin\/spielplan<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Antigone als Minimaltheater<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Was ist die kleinste m\u00f6gliche Form, um das f\u00fcr uns lebensnotwendige Ritual des Theaters auch in Krisenzeiten wie diesen aufrecht zu erhalten? Wie schafft man es, in Zeiten von Lockdowns, social distancing und genereller Isolation, diese besondere Art von Gemeinschaft am Leben zu erhalten, die Erfahrung von sich selbst durch die Verschmelzung mit anderen erf\u00e4hrt? Aus dieser Fragestellung entstand diese Idee eines Minimaltheaters, das die Trag\u00f6die bei den Leuten zuhause oder in kleinen Nebenr\u00e4umen als m\u00f6gliche Bewu\u00dftseinszelle im Heute sucht und befragt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Projektbeschreibung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Pers\u00f6nliche Freiheit und Staatsr\u00e4son scheinen aktuell oft miteinander im Clinch zu liegen. Die Kategorien dessen, was notwendig und richtig ist, m\u00fcssen t\u00e4glich von jedem neu definiert werden. \u201eAntigone\u201c behandelt Fragen, auf die man schwer eindeutige Antworten geben kann. \u201eAntigone\u201c ber\u00fchrt innere und gemeinschaftliche Werte sowie Pflichten, die unaufschiebbar sind. Was soll man tun, wenn das innere Gef\u00fchl von Gerechtigkeit in Konflikt ger\u00e4t mit der Staatsgewalt? Und was droht dem Staat, wenn sich Personen einfach so \u00fcber dessen Gesetze hinwegsetzen? Und welche Rolle spielt dabei Mystifikation von Macht, Religion und Moral als Rechtfertigung f\u00fcr das eigene Tun? Seit Jahrtausenden wirft \u201eAntigone\u201c Fragen auf. Vor allem in Krisenzeiten scheint es fast unvermeidlich, sich auf den Konflikt zwischen Kreon und Antigone, Antigone und Ismene, Kreon und H\u00e4mon zu besinnen: auf den Konflikt zwischen Macht und Verantwortung, Widerstand und Schuld, Mitleid und Hybris. \u201eAntigone\u201c erz\u00e4hlt aber auch von einer Weltsicht, die sich nicht in der Gegenwart ersch\u00f6pft: von Frauen und M\u00e4nnern, von Krieg und Vers\u00f6hnung, von Vergangenheit und Zukunft, von Kommunikation und Unverst\u00e4ndnis, von Sprache und \u00dcbersetzung, von K\u00f6rper und Geist, von Leben und Tod. Es erz\u00e4hlt von der Notwendigkeit des Theaters. \u201eAntigone\u201c ist das Theater, die gef\u00e4hrliche Kunst par excellence: gef\u00e4hrlich weil lebendig, weil sie im jetzt stattfindet und nicht gegeben ist, weil sie immer wieder alles riskiert in der Gegen\u00fcberstellung mit den Zuschauern. Das Theater als Ort, der sich zwischen Publikum und Schauspielern auftut, als Kunst, die Fragen stellt, auch wenn sie keine Antworten darauf wei\u00df, als Kunst, die das Risiko des Zweifels auf sich nimmt und auch den Zuschauer damit konfrontiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Was wir hier zeigen ist eine besondere Version der \u201eAntigone\u201c von Sophokles, weit entfernt vom Pomp und der Rhetorik eines \u201eStaats-Theaters\u201c: eine aufs Minimum reduzierte \u201eAntigone\u201c mit nur zwei Interpreten, die sich alle Rollen teilen und mit den Rollen auch deren Verantwortung, Schuld und Schicksal. Eine \u201ekleine bewegliche Form\u201c im Sinne Brechts. Eine Art \u201eKammertrag\u00f6die\u201c, konzipiert f\u00fcr Wohnungen, Hinter- und Nebenzimmer, Kellerr\u00e4ume, Innenh\u00f6fe und andere nicht theatrale R\u00e4ume und f\u00fcr eine begrenzte Anzahl von Zuschauern. Man schaut sich sozusagen in die Augen, lernt sich kennen, ist f\u00fcreinander pr\u00e4sent, was die politische Explosivit\u00e4t des Ausgangsmaterials noch versch\u00e4rft. Es handelt sich also um eine sehr intime Version der Trag\u00f6die des Sophokles, wo die Konflikte zwischen den Figuren zu inneren Konflikten werden und die Zuschauer eingeladen sind, in den K\u00f6pfen der Protagonisten Platz zu nehmen und den Zerrei\u00dfprozessen im Bewusstsein der Protagonisten von ganz nah, wie durch ein Vergr\u00f6\u00dferungsglas, beizuwohnen. In unserer \u201eAntigone\u201c gibt es keine Figuren au\u00dfer im Sinn von \u201ePersonae\u201c und es gibt auch keine B\u00f6sen und Guten, denn der Konflikt ist immer der des Menschen mit sich selbst, mit dem anderen Teil von sich und mit dem eigenen \u201eSchatten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer etwa 20-min\u00fctigen Einf\u00fchrung wird au\u00dferdem der Kontext, die Vorgeschichte und die Beziehungen der Figuren untereinander auf sehr niedrigschwellige Art und Weise vorgestellt. Gleichzeitig geben wir so auch Zuschauern, die mit der antiken Trag\u00f6die keine Vertrautheit haben, einen einfachen und direkten Zugang zur Geschichte, die sie gleich sehen werden. Das gezeichnete Schema bleibt w\u00e4hrend der Vorstellung sichtbar und hilft so bei der Einordnung der Geschehnisse.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Gef\u00f6rdert vom Fonds Darstellende K\u00fcnste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR und kofinanziert durch ein Crowdfunding \u00fcber die Plattform Startnext<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ANTIGONE (eine Kammertrag\u00f6die) Regie\/Konzept: Barletti\/Waas; Spiel: Lea Barletti und Werner Waas; Sound Design Chor: Luca Canciello \u00dcbersetzung: Friedrich H\u00f6lderlin (deutsch), Fabrizio Sinisi (italienisch) Dauer: 90&#8242; https:\/\/td.berlin\/spielplan Antigone als Minimaltheater Was ist die kleinste m\u00f6gliche Form, um das f\u00fcr uns lebensnotwendige Ritual des Theaters auch in Krisenzeiten wie diesen aufrecht zu erhalten? 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